Sektion Klinische Psychologie
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Abstracts

Wenn Progressive Relaxation nur als Technik betrachtet wird ...

... dann ist es völlig ausreichend gestressten Menschen eine CD mit Progressiver Relaxation oder einen Download zur Verfügung zu stellen und los geht´s mit der Entspannung. O d e r?

Die Digitalisierung hat es mit sich gebracht, dass Entspannung per Download aufs Smartphone oder per CD jederzeit und überall machbar ist. Ob zwischendurch in der Straßenbahn, abends zum Einschlafen oder in der Werbepause vor dem Fernseher. Man muss sich nicht mehr die Mühe machen, das Verfahren zu üben, man kann es einfach auf Knopfdruck konsumieren. Das wird einerseits von den Krankenkassen und manchen Psychotherapeuten suggeriert, die ihren Mitgliedern bzw. Klienten Downloads oder CDs anbieten. Hier verkommt das Verfahren zur Marketingmaßnahme. Andererseits wird die Progressive Relaxation im Rahmen von Trainings zur Schmerzbewältigung, bei Schlafstörungen oder chronischen Kopf- und Rückenschmerzen eingesetzt, allerdings in Varianten, die aufgrund der Nichtbeachtung didaktischer Grundlagen, Teilnehmer überfordern und sie dadurch in die Rolle der Konsumenten zwingen.

Der Vortrag zeigt

  • an Beispielen aus Trainermanualen, wo Progressive Relaxation nur als Technik zum Einsatz kommt
  • welche Auswirkungen dieser technikorientierte Einsatz hat
  • welche Komplexität und Vielfältigkeit die Progressive Relaxation bereithält
  • welche Qualitätsstandards einzuhalten sind und welche Problematik zur Anbieterqualifikation aus dem GKV-Leitfaden Prävention resultiert.

Es soll die Diskussion darüber angeregt werden, was getan werden kann, um die Qualitätsstandards für Progressive Relaxation auch in Zeiten der Digitalisierung aufrechtzuerhalten.
Dipl.-Psych. Ursula Dangelmayr


Moderne Progressive Relaxation in der Schmerztherapie


Nur ein geringer Teil der Patienten, die in stationären Einrichtungen oder Praxen ein Entspannungsverfahren vermittelt bekommen, praktizieren dies in ihrem Alltag weiter. Progressive Relaxation sollte daher anders und mit stärker alltagstauglichen Elementen vermittelt werden. Vor allem für die Arbeit mit PatientInnen, die an chronischen Schmerzstörungen leiden, muss die Technik angepasst werden. Langjährige Erfahrung in einem psychosomatischen Krankenhaus mit einem Behandlungsschwerpunkt in der Behandlung schmerzgestörter PatientInnen gehen in die vorgestellten Modifikationen ein. Die Progressive Relaxation wird sanft gestaltet und mögliche Fallen der Über-Motivation werden aufgezeigt. Hypnotherapeutische Elemente in der Instruktion machen es auch "schwierigen" PatientInnen einfacher zu entspannen. Eine besonders alltagstaugliche Kurzfassung und Bewegungsübungen für "Schmerzpatienten" werden vorgestellt.
Literatur: Derra, C. (2007). Progressive Relaxation. Köln: Deutscher Ärzte Verlag.
Fabian Wilmers, Dr. phil., Psychologischer Psychotherapeut


Weiterentwicklungen von Entspannungsverfahren
Weiterentwicklungen von Entspannungsverfahren sind einerseits Weiterentwicklungen einzelner Entspannungsverfahren - wie z.B. der PR, zu der ja schon einige Weiterentwicklungen in den vorangehenden Vorträgen angesprochen werden - und andererseits Weiterentwicklungen des zur Verfügung stehenden Repertoires von Entspannungsverfahren insgesamt. Zu letzteren Weiterentwicklungen gehören z.B. solche mit der Funktion die sogenannte RIA-Gefahr (RIA für relaxation- induced anxiety) zu minimieren (unter anderem über graduierbare Entspannungsverfahren) oder solche mit der Funktion die Bindung an die übliche Entwicklungskette von Entspannung (Entspannung der Skelettmuskulatur > Entspannung der Blutgefäße> Überwiegend parasympathikotone Auslenkung im Vegetativum> Beruhigung im ZNS) zu transzendieren.

Weiterentwicklungen im Sinne zusätzlicher Funktionen von Entspannungsverfahren ( wie etwa die zur Zeit besonders gefragte Unterstützung von Achtsamkeit) sind dabei nicht bloß mit Modifikationen von herkömmlichen Formen von Entspannungsverfahren verbunden, sondern auch mit der Erweiterung des Repertoires von Entspannungsverfahren um neuartige Formen (wie z.B. "wise mind meditation" oder "Grübelwischer") oder um Formen aus anderen Kulturen (wie z.B. die Mitchell-Methode aus Großbritannien oder Varianten des Qigong aus China).

Der Vortrag wird die Weiterentwicklung von Entspannungsverfahren nicht erschöpfend behandeln, aber dafür mit anschaulichen Beispielen. Literatur: Mathesius, R. & Scholz, W.-U. (2014): Multimodale Stresskompetenz (MMSK), (Teil 3.4. Stresskompetenz und Spannungsregulation, S.218-271), Lengerich: Pabst Science Publishers
Wolf-Ulrich Scholz, Dipl.-Psych., Dipl.-Päd. (EB), Psychologischer Psychotherapeut

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